
Kurier: Viele Firmen jeden Tag mit Ransomware-Angriffen konfrontiert
Die Situation ist dramatisch: Laut einer aktuellen Deloitte-Erhebung sind 28 Prozent der österreichischen Unternehmen täglich mit Cyberangriffen durch Ransomware konfrontiert. In den vergangenen beiden Jahren hat sich die Zahl der betroffenen Firmen mehr als verdoppelt.
Verschlüsselung und Datenleaks
Knapp ein Viertel (24 Prozent) der befragten Firmen gab an, dass es bei ihnen schon einmal zur Verschlüsselung von Daten durch Cyberkriminelle gekommen ist — 2025 lag die Zahl noch bei 21 Prozent. Nur in 23 Prozent der Fälle konnten die Daten ganz oder großteils wieder entschlüsselt werden. Nur jedem vierten Unternehmen gelang es, sie aus Back-ups wiederherzustellen.
Professionelle Ransomware-Banden
RisikoMonitor beobachtet die Aktivitäten von mehr als 1.600 Ransomware-Gruppen im Darknet. Die Banden sind arbeitsteilig organisiert, zählen zwischen 20 und 60 Mitarbeiter und sind organisiert wie Firmen, erklärt Manuel Löw-Beer, Geschäftsführer von RisikoMonitor. Opfern werde eine Schadensnummer zugeordnet, mit der sie sich auf einer Plattform anmelden und Verhandlungen über das Lösegeld aufnehmen können.
Im Schnitt werden vier Bitcoin (nach aktuellem Kurs rund 238.000 Euro) an Lösegeld verlangt. Mit professioneller Verhandlungsführung könnten die Forderungen meist auf ein Viertel heruntergehandelt werden.
Zwei Drittel können Stillstand nicht ausschließen
Zwei Drittel der heimischen Firmen könnten laut der Erhebung einen wochenlangen totalen Stillstand infolge von Cyberattacken nicht ausschließen. „Es gefährdet die Stabilität des Unternehmens und Arbeitsplätze", warnt Deloitte-Experte Georg Schwondra.
Firmen überschätzen sich
13 Prozent der Unternehmen halten ihre Systeme sogar für „absolut sicher". „Das hat mit der Realität nichts zu tun", sagt Deloitte-Managing-Partnerin Karin Mair. Jedes sechste bis siebente Unternehmen will die Ausgaben für Cybersicherheit trotz steigender Bedrohungslage im laufenden Jahr unverändert lassen.
Investitionen und Empfehlungen
Je nach Branche sollten zwischen fünf und 15 Prozent des IT-Budgets in Cybersicherheit fließen. Deloitte empfiehlt neben Schadenseindämmung auch Notfallpläne zu entwickeln, die regelmäßig getestet werden — „wie Brandschutzübungen".
Quelle: Kurier, 1. April 2026
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