
Kaspersky-Report: 384 Ransomware-Angriffe in Deutschland, 80 in der Schweiz, 49 in Österreich
Kaspersky hat Anfang 2026 seinen jährlichen Ransomware-Report für die DACH-Region veröffentlicht. Die Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
Die Zahlen im Detail
- Deutschland: 384 Ransomware-Angriffe im Jahr 2025 (2024: 233, +65%)
- Schweiz: 80 Angriffe (moderater Anstieg gegenüber 2024)
- Österreich: 49 Angriffe (stabiler Zuwachs)
Trends
Kaspersky identifiziert mehrere besorgniserregende Trends:
Professionalisierung Ransomware-Gruppen operieren zunehmend wie Unternehmen mit klarer Arbeitsteilung, Kundensupport-Portalen und strukturierten Verhandlungsprozessen.
Doppelte und dreifache Erpressung In 74% der Fälle entwendeten Angreifer zusätzlich sensible Daten und drohten mit deren Veröffentlichung. Zunehmend werden auch Kunden und Partner des Opfers direkt erpresst (dreifache Erpressung).
Geschwindigkeit Die durchschnittliche Zeit von der Erstinfektion bis zur Verschlüsselung ist auf unter 24 Stunden gesunken. Bei einigen Gruppen wie LockBit 4.0 liegt sie bei unter 4 Minuten.
Branchen im Fokus - Gesundheitswesen: Höchste Zahlungsbereitschaft - Fertigungsindustrie: 24/7-Betriebsdruck - Öffentliche Verwaltung: Legacy-Systeme, begrenzte IT-Budgets - Energiesektor: Kritische Infrastruktur mit hoher Erpressbarkeit
Prognose 2026
Kaspersky prognostiziert einen weiteren Anstieg um 20-30% für 2026, getrieben durch KI-unterstützte Angriffe, die Commoditisierung von Ransomware-as-a-Service und die zunehmende Automatisierung von Initial-Access-Brokerage.
Empfehlungen
- Zero-Trust-Architektur als Standard
- Mindestens 10% des IT-Budgets für Cybersicherheit
- Regelmäßige Penetrationstests und Red-Teaming
- Darknet-Monitoring für kompromittierte Zugangsdaten
- Incident-Response-Pläne vierteljährlich testen
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